Fixe Exen und der Tod

 

In den letzten Jahren wurde es zunehmend gang und gäbe, dass besonders in überhängenden Routen fixe Expressschlingen, dazu noch oft alte, eigentlich bereits ausgemusterte Schlingen, oft über Jahre am Fels belassen werden.

Neben der mechanischen Abnutzung wegen immer gleicher Belastung der Expressschlinge und deren Karabiner finden hier auch witterungsbedingt stark beschleunigte Alterungsprozesse statt, die zwangsläufig zu erheblich verminderten Haltekräften dieser in der Regel sehr häufig benutzten Sicherungspunkte führen.

Folgende Probleme treten auf:

 

 

Gefahrenquellen bei fixen Expressschlingen zusammengefasst:

 

 

Ansätze für eine Lösungen der aufgezeigten Probleme:

Trotz all dieser Maßnahmen wird jedoch jede fixe Expressschlinge über kurz oder lang dem Alterungs- und Abriebsprozess unterliegen und ohne regelmäßigen Austausch irgendwann zu einer tödlichen Gefahr!

Fazit kann schlussendlich nur sein, in jeder Route die fixen Expressschlingen für Versuche durch eigene Schlingen zu ersetzten! Man lebt nur einmal!!!

 

 

An dieser Stelle sei noch ein weiteres Gefahrenmoment für Karabinerbrüche erwähnt, dem man leider so gut wie alternativlos ausgeliefert ist:

Besonders bei Express-Ankern mit 12mm Durchmesser kommt es häufig vor, dass die Plättchen eines bestimmten Herstellers einen sehr engen Abstand zwischen Anker und Plättchenöffnung aufweisen. Daher kommt es hier extrem leicht und auch häufig zu einem Verkeilen des Karabiners mit dem herausstehenden Stift des Ankers. Zwar kann bei entsprechender Einhängrichtung des Karabiners das Problem etwas entschärft werden, jedoch niemals vollständig. Bereits geringste Bewegungen des Seils beim Klettern können hier zu einem Verkeilen des Karabiners führen. Ein so verkeilter Karabiner erfährt dann im Falle eines Sturzes ungünstigste Hebelbelastungen, für die die Karabiner nicht konzipiert sind. Karabinerbruch ist hier vorprogrammiert. Außerdem kann sehr leicht der Schnapper aufgedrückt werden, so dass auch hier ein Bruch des Karabiners im Sturzfalle zu erwarten ist.

Beim RP- bzw. Onsight-Klettern lässt sich dagegen nichts tun, da man oft auch nicht vorab ahnen kann, wie herum der Karabiner fürs Weiterklettern eingehängt werden sollte.

Für Versuche nach einem ersten Ausbouldern sollten im Zweifel aber besonders an kritischen Stellen die Schlingen mit ausreichend dicken Edelstahl-Schäkeln im Haken befestigt werden. Schraubkarabiner können auch helfen, können sich aber auch wie ein normaler Karabiner leicht verkeilen.